Geschäftsbericht
CSS

Roman Bont

Das Hirn umprogrammieren

Wenn man für jeden Handgriff plötzlich Hilfe braucht – dann sind persönliche Gespräche unbezahlbar. CSS-Kunde Roman Bont sitzt von einem Tag auf den anderen im Rollstuhl. Auch dank der persönlichen Patientenbegleitung seiner Versicherung hat er es wieder auf die Beine geschafft.

Aufwachen. Der erste Blick geht an die Zimmerdecke, kein Schmerz, nur das Piepsen der Instrumente, nichts Ungewöhnliches. Erst jetzt bemerkt er die grossen Augen, die ihn anschauen. Er ist nicht allein. Seine Familie hat sich ums Bett versammelt, kein Mucks. «Warten sie schon lange? Wie lange stehen die schon hier um mich herum? Warum ist es so still?», schiesst es ihm durch den Kopf. Er will seine Hand bewegen, möchte sich ein wenig aufrichten – es gelingt nicht. Seine linke Körperhälfte ist taub und lahm, so als wäre sie nicht da. Er weiss: Es muss etwas passiert sein. «Ich dachte, man habe mich in den falschen Operationssaal geschoben und mir etwas amputiert», erinnert sich Roman Bont an den Schreckensmoment. «Doch dann erklärte mir der Arzt, dass ich während der Operation einen schweren Hirnschlag erlitten hätte und von nun an halbseitig gelähmt sei.» Dieses Erwachen tat weh.

Kleine Wunder
Drei Jahre später stockt dem Besucher der Atem. Bont steht vom Küchentisch auf, streichelt seiner Hundedame im Vorbeigehen über den Kopf, läuft hinter den Tresen und lässt sich Kaffee in die Tasse laufen. «Sie auch?» All das, kleine Wunder. Drei Jahre? In Neurologenzeitrechnung ein Wimpernschlag. Bont erzählt stolz von Momenten, in denen selbst Mediziner sprachlos waren, als er kürzlich – ohne Rollstuhl und ohne Krücken – ins Behandlungszimmer spazierte: «Sie sind der Patient!?», guckte man verwirrt von den Akten auf. «Oder kommt der erst noch?»

Wer Roman Bont erzählen hört, aufstehen und laufen sieht, der traut den Akten wirklich kaum. Die Fakten erklärt seine behandelnde Hausärztin Stephanie Steinmann am Telefon: «2014 erlitt Herr Bont einen epileptischen Anfall, und als man die Ursache hierfür genauer abklärte, entdeckte man zwei AV-Fisteln, also Verbindungen zwischen dem venösen und dem arteriellen Blutsystem.» Um neue Anfälle zu verhindern, mussten die Fisteln geschlossen werden. «Während des Verschlusses – das macht man mit einem Katheter – erlitt der Patient einen schweren Hirnschlag. In den Gefässen muss sich ein Blutgerinnsel gebildet haben. Das ist leider eine mögliche Komplikation.»
Das kann nicht sein. Den Rest deines Lebens sitzt du nicht im Rollstuhl.»

Roman Bont
Dank Mentaltraining: Heute spürt Bont keine Schmerzen mehr, wenn etwas warm ist.

Drei Wochen im künstlichen Koma
Ein Marathon aus Spitalbesuchen begann, aus Rehabilitationssaufenthalten, aus Übungen, aus guten und schlechten Nachrichten. Roman Bont führte Gespräche, viele lange Gespräche. Mit der Familie, den Medizinern, den Therapeuten. Mit dem Arbeitgeber und mit seiner persönlichen Begleitung der CSS-Versicherung. Komplikationen traten auf. Etwa eine Narbenepilepsie, bei welcher der Patient Anfälle durch Narben im Gehirn erleidet. «Ich war komplett weg und habe auf nichts mehr reagiert, stand dafür steif neben dem Bett wie eine deutsche Eiche», berichtet Bont. Gefährlich daran ist vor allem, dass das Gehirn gewisse Körperfunktionen einfach abstellt – auch schon mal die Atmung oder den Herzschlag. Um das zu verhindern, wurde Bont für drei Wochen in ein künstliches Koma versetzt. Fünfzehn Kilogramm Muskelmasse schmolzen weg wie Butter. «Wer mich damals sah, der dachte wohl nicht, dass ich mich wieder erhole.» Auch eine Unverträglichkeit auf die vielen Medikamente machte ihm schwer zu schaffen. «Ich bin dem Sensemann sicher zweimal von der Schippe gesprungen», resümiert er…

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