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das Schweizer Logistikmagazin von SBB Cargo

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Mit dem Blick für das Wesentliche

Isabelle Betschart weiss, dass SBB Cargo neben Stabilität vor allem mehr Selbstbewusstsein braucht, um den Ansprüchen an eine moderne und wirtschaftliche Güterbahn gerecht zu werden. Die neue Leiterin Produktion im Porträt. 

Michelle Russi

Der Terminkalender von Isabelle Betschart ist in diesen Tagen ziemlich voll. Sitzt die 51-Jährige nicht in einem Strategiemeeting mit den anderen Geschäftsleitungsmitgliedern, besucht sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Front – oder «in der Fläche», wie sie sagt. Eben erst hat sich Betschart mit den Rangierspezialisten im Rangierbahnhof Limmattal ausgetauscht und ist tief beeindruckt ob deren Engagement in ihr Büro am Hauptsitz von SBB Cargo in Olten zurückgekehrt. Dass sie sich ein umfassendes Bild ihres neuen beruflichen Umfelds machen möchte, liegt auf der Hand, schliesslich hat Betschart die Stelle als Leiterin Produktion bei SBB Cargo erst im Sommer 2019 angetreten. Gleichzeitig ist es der langjährigen SBB Mitarbeiterin – Betschart ist seit 2014 bei der SBB angestellt – wichtig, von Beginn an eine Wir-Kultur im Unternehmen zu fördern. «Ohne ein Miteinander funktioniert es nicht», sagt sie.

Ohne Bahn keine Päckli
Zur Bahn gekommen ist Isabelle Betschart zufällig. Erst im Finanzbereich tätig, machte sie sich vor zehn Jahren als Beraterin für KMU selbstständig. Mit dem Übertritt ihres jüngsten Sohnes in die Lehre suchte Betschart eine neue Herausforderung und fand diese bei der SBB. Heute kennt sie nicht nur das Mutterunternehmen bestens, sondern hat als «Neue» auch einen anderen Blick auf die seit Anfang 2019 eigenständige Güterbahn: «SBB Cargo macht heute schon vieles gut und leistet einen sehr wichtigen Beitrag zur Schweizer Wirtschaft und zur Versorgung unserer Gesellschaft – das geht gerne vergessen. Etwas überspitzt gesagt: Ohne uns gäbe es keine Päckli von der Post.» Die Produktionsleiterin lacht. Ihre Botschaft aber, SBB Cargo müsse in Zukunft selbstbewusster auftreten und eigene Forderungen stellen, ist ernst gemeint. Zwar trifft Betschart überall auf engagierte und motivierte Mitarbeitende, doch sie merkt auch, wie Kritik und Druck von aussen ihre Spuren hinterlassen haben. «Gewisse Ermüdungserscheinungen sind spürbar, denn SBB Cargo hat viel Ausdauer gebraucht in den letzten Jahren, und wir sind noch nicht am Ziel.»

Wider die Verzettelung
So klar Betscharts Blick auf das Unternehmen, so klar ihre Ziele als Produktionsleiterin: SBB Cargo soll den Kunden eine moderne, bedürfnisgerechte und zuverlässige Produktion bieten, ein attraktiver Arbeitgeber sein, die eigenen Berufsbilder weiterentwickeln und nachhaltig erfolgreich wirtschaften.

Und wie geht sie diese Herausforderung an? Indem sie auf das Wesentliche fokussiert und mit gutem Beispiel vorangeht. «Ich will Transparenz und Stabilität in das Unternehmen bringen. Bei Reorganisationen und Neuerungen besteht die Gefahr, dass man sich verzettelt. Wenn sich alle aus einem gemeinsamen Verständnis mehr auf die eigenen Aufgaben und Stärken konzentrieren, erreichen wir unsere Ziele.» Ein Blick auf die Uhr, der nächste Termin steht an – Fokus auf das Wesentliche.






Zur Person
Isabelle Betschart, 51, hat im Juli 2019 die Leitung Produktion bei SBB Cargo übernommen. Ab 2014 war sie beim SBB Personenverkehr tätig, zuletzt als Leiterin Geschäftsentwicklung. Vor ihrem Wechsel zur Bahn arbeitete sie in verschiedenen Führungspositionen für Xerox und die ­Credit Suisse. Betschart ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Wiesendangen ZH.






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