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Verbandsmagazin der Swissmem

Roberto Ballina, CEO Tensoil Rail SA / Foto: Matthias Jurt

CEO mit Schmierfett an den Händen

Roberto Ballina ist CEO von Tensol Rail SA und mit zuständig für die nationale Eisenbahnschieneninfrastruktur. Und: Er vertritt die Interessen der Tessiner MEM-Branche.

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Christine Spirig
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Mit maximal 23 Kilometern pro Stunde tuckert das orange-blaue Bähnli die zehn Kilometer lange Strecke von Capolago zum Gipfel des Monte Generoso hinauf. Die Aussicht auf das Mendrisiotto ist atemberaubend und lässt einen die leicht rucklige Fahrt vergessen. «Der Schotter zwischen den Schienen wie auch die Gleisgeometrie sind abgewetzt und nicht mehr so stabil», erklärt der Tessiner Roberto Ballina das Rütteln. Als CEO von Tensol Rail SA kennt er sich aus. Das Unternehmen mit Sitz in Giornico stellt Oberbaumaterial für Eisenbahnen her: Weichen, Stahlschwellen, Befestigungsmaterial. Zu seinen Kunden gehören die SBB und verschiedene Schweizer Privatbahnen wie auch die Monte-Generoso-Bahn. Weltbekannt ist Tensol Rail SA zudem für die Fertigung von Infrastruktur für Zahnradbahnen.

Der studierte Maschineningenieur ist kein Büromensch, wie er selber von sich sagt. Oft ist er bei den Kunden oder auf der Baustelle anzutreffen und macht sich auch mal die Hände schmutzig – etwa wenn er kontrolliert, ob die Zacken der Zahnstangen noch genügend kantig sind. Anzug und Krawatte trägt er hauptsächlich in seiner Funktion als Präsident von AMETI, dem Tessiner Branchenverband der MEM-Industrie, sowie als Vorstand von Swissmem wie auch von AITI – Asso- ciazione Industrie Ticinesi. Die regionale und nationale Vernetzung ist ihm wichtig, um die Forderungen der Branche ins Tessin zu tragen. Und umgekehrt.

Roberto Ballina, CEO Tensoil Rail SA
CEO Roberto Ballina ist kein Büromensch. Oft ist er, wie heute, bei Kunden oder auf der Baustelle anzutreffen.

«Vor allem die Südschweizer graben gern in ihrem eigenen Gärtchen», sagt Ballina. Er selbst, der über Jahre in der West- und Deutschschweiz gearbeitet hat, schaut über denGartenzaun hinaus. In der Deutschschweiz hat er eine Arbeitsmethode kennengelernt und diese auf sein Unternehmen adaptiert. «Wir arbeiten neu in Gruppen mit verschiedenen Kompetenzen», sagt er. Ziel- statt prozessorientiert. Das komme auch dem Kunden zugute. «Als KMU können wir nicht industriell produzieren und Lösungen von der Stange anbieten», so der CEO. Der Fokus von Tensol Rail liegt auf der massgeschneiderten Fertigung und einem ganzheitlichen Angebot: von der Beratung über die Konzeption, Produktion, Vormontage bis zur Lieferung der voluminösen Weichenteile zu den Kunden.

Nach 45 Minuten fährt das Monte-Generoso-Bähnli mit einem lauten Hupen im Bahnhof ein. Roberto Ballina zeigt durch das Fenster auf den Schienenverlauf: «Einzellamellen sind eigentlich in Bahnhöfen nicht mehr erlaubt.» Die vorliegenden stammen aus dem Jahr 1889. «Eine neue Infrastruktur ist überfällig. Wir warten nur noch auf den Startpfiff.»

Roberto Ballina, CEO Tensoil Rail SA

«Eine neue Infrastruktur ist überfällig.» Roberto Ballina zwischen den Schienen der Monte-Generoso-Bahn, die zu seinen Kunden gehört.

Porträt
Tensol Rail SA ist nationaler Marktführer in der Herstellung von Eisenbahnoberbaumaterial und weltweit bekannt für die Fertigung von Zahnstangen und Zahnstangenweichen für Zahnradbahnen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Giornico beschäftigt 86 Mitarbeitende. Tensol Rail SA bildet zusammen mit EFSA SA und Swiss Abri die Gruppe TrackNet Holding SA. Der Hauptsitz der Gruppe befindet sich in Kerzers, wo auch das Verkaufsbüro von Tensol Rail SA liegt.






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